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5.7 Die Multigridmethode
Es existiere eine Folge von regulären (FE-) Netzen
(
), wobei das feinere
Netz/Gitter
aus dem gröberen
hervorgegangen ist (einfachster Fall: Viertelung aller Dreiecke in 2D).
Für diese Gitterhierarchie soll
gelten.
Die gegebene Differentialgleichung wird auf jedem Gitter
diskretisiert so daß einen Folge von Gleichungssystemen
 |
(5.9) |
mit den jeweiligen dünnbesetzten, symmetrischen und
positiv definiten Steifigkeitsmatrizen
entsteht.
Eine Analyse des (nichtoptimalen) Konvergenzverhaltens der
Iterationsverfahren in den Abschnitten 5.3 und 5.4
mittels einer Zerlegung des Fehlers in die Eigenfrequenzen der
Matrix
liefert :
-

- Die Fehleranteile mit hohen Frequenzen werden sehr schnell
reduziert.
-

- Die niedrigfrequenten Fehleranteile bestimmen das langsame
Konvergenzverhalten der gängigen Verfahren.
-
- Man braucht ein Verfahren, welches die niedrigfrequenten
Fehleranteile
kostengünstig reduziert, bei Beibehaltung der
schnellen Reduktion hochfrequenter Fehleranteile
.
-
- Zweigitteridee :
Reduziere
auf dem Gitter
(Glättungsschritt)
projiziere den Restfehler auf das gröbere
Gitter
,
löse dort exakt,
interpoliere die erhaltene Korrektur (Defektkorrektur) wieder auf das
Feingitter
und addiere sie zur bereits erhaltenen
Lösung.
Oft werden hinterher die verbliebenen hochfrequenten
Fehleranteile nochmals geglättet.
-

- Die Multigrididee ersetzt nun den exakten
Löser bei der Defektkorrektur wiederum durch eine Zweigitteridee
auf dem Gitter
bis hinunter zum gröbsten
Gitter
,
welches exakt gelöst wird.
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Gundolf Haase
1998-12-22