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7.3.2 Die serielle Auflösung
Zur Auflösung beschreibt man (7.22) als Summe von Gleichungen
der Konvektion und solchen Gleichungen welche die viskosen Eigenschaften
beinhalten und betrachtet diese beiden Systeme zunächst getrennt.
Die Gleichungen (7.23) sind mit den Euler-Gleichungen
aus Abschnitt 7.2 (bis auf den Faktor
)
identisch
und wurden dort bereits behandelt.
Die Diskretisierung erfolgte örtlich über die FVM und zeitlich explizit.
Der Auflösungsschritt in jedem Zeitschritt wurde in Algorithmus 7.8
dargestellt und resultiert in einer
im
-ten Volumenelement konstanten diskreten Lösung
im
-ten Zeitschritt.
Die Gleichungen (7.24) beschreiben zeitliche Spannungszustände
des Fluids und beinhalten 2.Ableitungen der gesuchten Größen.
Aus diesem Grunde wird die örtliche Diskretisierung dieser
Gleichungen über FEM realisiert. Bei Verwendung linearer Ansatzfunktionen
ergibt sich damit die stückweise lineare Lösungsfunktion
im
-ten Zeitschritt.
Abbildung 7.5:
Duale Vernetzung
 |
Zur Koppelung der diskretisierten Gleichungen
(7.23) und (7.24)
ist eine duale Vernetzung des Gebietes mit finiten Volumen und
finiten Elementen (
)
notwendig.
Eine mögliche Vernetzung [FFLMW97,FFLM97,FFLMW97] ist in
Abbildung 7.5 gegeben.
Mit den Testfunktionen (Dreiecksvernetzung)
und den Definitionen
mit
aus (7.18) ergeben sich für die
diskrete Auflösung des gekoppelten
Systems (7.23) und (7.24) in jedem Zeitschritt
die folgenden 3 Ansätze :
- 1.
- Inviscid (7.23) - viscous (7.24)
operator splitting
 |
(7.20) |
Drückt man die 4 Komponenten von
und
durch die FE-Basisfunktionen
aus,
d.h.,
so stellt sich die 3.Zeile in (7.25) als Gleichungssystem
 |
(7.21) |
dar, mit
als Elastizitätsmatrix und
als der Massenmatrix.
Bei entsprechender Wahl der Basisfunktionen bzw. der Integrationsregel
wie oben (entspricht dem Lumping) ist
eine Diagonalmatrix und
somit leicht zu invertieren.
Üblicherweise gilt
,
so daß die
Interpolationsforderungen
der 2. und 4.Zeile automatisch erfüllt sind.
- 2.
- Explizites Schema
Unter Nutzung der Bilinearform
wird ein Zeitschritt in
(7.23) als
ausgedrückt und somit läßt sich (7.22) in einer
diskreten Gleichung schreiben :
Mit
als der Matrix der Bilinearform
ist somit das
GlS
 |
(7.22) |
zu lösen.
- 3.
- Semi-implizites Schema
Im Unterschied zum expliziten Schema wird hier in der Bilinearform
die aktuelle Lösung
eingesetzt.
Das resultierende GlS
 |
(7.23) |
ist relativ aufwendig aufzulösen, da
wegen der Besetztheitsstruktur von
die Matrix
keinesfalls eine Diagonalmatrix ist.
Der Nutzen des Semi-impliziten Schemas besteht in der
größer wählbaren Zeitschrittweite
.
Hat man schnelle iterative Löser zur Verfügung
(Eigenschaften von
beachten !) bzw. zeitlich konstante
Matrizen
und
(einmalige Faktorisierung),
dann resultiert dieses Schema in einer kürzeren
Rechenzeit im Vergleich zum rein impliziten Schema.
2cm
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Gundolf Haase
1998-12-22