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6.4.2 Die FFT-Idee und ihre Parallelisierung

Die hier betrachtete FFT-Idee wird auch als radix-2 FFT bezeichnet.

Betrachten wir für $n=4$ die Matrix  $\ensuremath{{\cal F}} $ aus (6.8).

\begin{displaymath}\ensuremath{{\cal F}} _4 \;=\;
\begin{bmatrix}
1 & 1 & 1 &...
...& \omega^6 \\ 1 & \omega^3 & \omega^6 & \omega^9
\end{bmatrix}\end{displaymath}

Wegen $\; \omega^s = \omega^{s \mod 4} \;$ und $\; \omega_{n=4} = e^{-\frac{2\pi}{4} i} = - i \;$ ergibt sich

 \begin{displaymath}
\ensuremath{{\cal F}} _4 \;=\;
\begin{bmatrix}
1 & 1 & 1...
...
1 & -1 & 1 & -1 \\ 1 & i & -1 & -i
\end{bmatrix} \enspace .
\end{displaymath} (6.9)

Eine Umgruppierung der Einträge in (6.9) mittels der $4\times 4$-Permutationsmatrix
   \begin{figure}% latex2html id marker 28765\begin{eqnarray}\Pi_4 &=& \begin{bma...
...-1 \\ 1 & -1 &\vert& i & -i
\end{bmatrix} \enspace .
\end{eqnarray}\end{figure}

Wegen $\; \ensuremath{{\cal F}} _2 = \begin{bmatrix}1 & 1 \\ 1 & -1 \end{bmatrix} \;$ und der Definition $\; \Omega_2 := \begin{bmatrix}1 & 0 \\ 0 & -i \end{bmatrix} = \text{diag}\{1,\omega_{n=4}\} \;$folgt

 \begin{displaymath}
\ensuremath{{\cal F}} _4 \Pi_4 \:\;=\;\;
\begin{bmatrix}\e...
... & -\Omega_2 \ensuremath{{\cal F}} _2 \end{bmatrix} \enspace ,
\end{displaymath} (6.10)

d.h. die Fourieranalyse mit $n=4$ läßt sich auf die Fourieranalyse mit $n=2$ zurückführen. Allgemein :

Sei $n=2m$, so gilt

 \begin{displaymath}
\ensuremath{{\cal F}} _n \Pi_n \;=\;
\begin{bmatrix}\ensu...
... & -\Omega_m \ensuremath{{\cal F}} _m \end{bmatrix} \enspace ,
\end{displaymath} (6.11)

mit $\Pi_n$ als even-odd-Permutation, welche die Vektorkomponenten umordnet

 \begin{displaymath}
\underline{y}\;:=\; \Pi_n^T \underline{x} \hspace{1em}\Left...
...j=\overline{1,n-1:2} \makebox[0pt]{}}
\end{bmatrix} \enspace
\end{displaymath} (6.12)

und $\Omega_m \,:=\, \text{diag}\{ \omega_{n=2m}^k,
\,{\scriptstyle \overline{k=0,m-1}} \} $.
Wenn $n=2^P$ ist, so läßt sich (6.13) $P-1$-mal rekursiv anwenden. Damit reduziert sich eine FFT auf das $P-1$-malige Umordnen eines Vektors mit etwas zusätzlicher Arithmetik.


FFT mit $n=8$

$x(0,7:2)$ bezeichne im folgenden den Teilvektor von $x$, der ab Element $0$ bis Element $7$ jede zweite Komponente enthält, d.h. $x(0,7:2) = [x_j]_{j=\overline{0,7:2} \makebox[0pt]{}}$

  
Abbildung 6.7: Aufsplittung der Indizes
\begin{figure}
\unitlength0.07\textwidth
\mbox{}\hfill
\protect\begin{picture}...
...$x \scriptstyle (0,7:1)$ }}
\protect
\end{picture} \hfill\mbox{}
\end{figure}



Der resultierende Vektor nach der Umordnung in Abbildung 6.7 ist nunmehr als $[x_0, x_4, x_2, x_6, x_1, x_5, x_3, x_7]^T$ geordnet.

Die Parallelisierung der Fouriertransformation  $\ensuremath{{\cal F}} $ (Umordnung und Arithmetik) auf einem Parallelrechner mit verteiltem Speicher ist in Bild 6.8 als sogenannter Butterfly-Algorithmus dargestellt. Hierin sieht man die gute Parallelisierbarkeit der Fouriertransformation, jedoch liegen die resultierenden Komponenten ungeordnet vor, deren Umordnung wiederum mit Zusatzkommunikation verbunden ist.
 \begin{figure}% latex2html id marker 28852\unitlength 4mm
%
%
%
\begin{ce...
...ml {a}chsten Butterfly-Operation \mbox{[Dr.\ Pester Chemnitz].}
}
}\end{figure}

Zurückblickend auf das Beispiel zu Beginn dieses Abschnittes 6.4, ist an Stelle der diskreten Gleichung  $\Lambda \underline{u} = \underline{f}$ die Gleichung

\begin{displaymath}\tfrac{1}{n} \ensuremath{{\cal F}}\Lambda \ensuremath{{\cal F...
...t \underline{u} \;=\; \ensuremath{{\cal F}}\cdot \underline{f} \end{displaymath}

zu lösen :

a)Fourieranalyse : $\underline{\gamma} \,:=\, \tfrac{1}{n} \ensuremath{{\cal F}}\underline{f}$ $\underline{\gamma}$ umgeordnet
b)Operator  $\Lambda^{-1}$ : $\beta_i \,:=\, \frac{\gamma_i}{\lambda_i}$ $\underline{\beta}$ umgeordnet
c)Fouriersynthese : $\underline{u} \,:=\, \ensuremath{{\cal F}}\underline{\beta} $ $\underline{u}$ richtig geordnet !!


Da zweimal die Fouriertransformation angewendet werden mußte, liegen zum Schluß die Komponenten der Lösung wieder in richtiger Reihenfolge vor !

$\Longrightarrow$

Die Kombination von Fourieranalyse und -synthese ist sehr gut parallelisierbar.



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Gundolf Haase
1998-12-22