INSTITUT FÜR MATHEMATIK
UND WISSENSCHAFTLICHES RECHNEN
Text Karl-Franzens-Universitaet logo uni graz
     Präsentation     Mitarbeiterinnen    Forschung    Lehre    Allgemeines    Bibliothek    Fakultät    Uni Graz    Home
     Home-2010     Programm     Poster     Problemstellungen     Fotos     Ergebnisse     Modellierungswoche-allgemein

Problemstellungen


Woche der Modellierung mit Mathematik im Schloss Seggau,
11. - 17. Januar 2009


Projekt: Medizin

Betreuer: Prof. Franz Kappel

Der Bromsulphalein-Test

Der Bromsulphalein-Test ist ein Leberfunktionstest, bei dem eine Dosis (5 mg pro kg Körpergewicht) Bromsulphalein intravenös verabreicht wird. Bromsulphalein ist ein Farbstoff, der in der Leber abgebaut wird. Die Abbaurate von Bromsulphalein in der Leber ist ein Indikator für die Leberfunktion. Um diese Abbaurate direkt zu bestimmen, müßte man die Konzentration von Bromsulphalein im Lebergewebe in regelmäßigen Abständen (etwa alle drei Minuten unmittelbar nach Verabreichung und später in größeren Abständen) messen. Da dies praktisch nicht möglich ist, wird bei der tatsächlichen Durchführung des Testes die Konzentration von Bromsulphalein in Blutproben gemessen, die unmittelbar nach Verabreichung zum Zeitpunkt t=0 und danach 3, 6, 9, 12, 15, 20, 30, 40, 50 bzw. 60 Minuten nach der ersten Probe entnommen werden. Es stellt sich nun das Problem, wie aus den Konzentrationsmessungen im Blut auf die Abbaurate von Bromsulphalein in der Leber geschlossen werden kann. Zur Lösung dieses Problems soll ein einfaches mathematisches Modell entwickelt werden. An Hand von ``künstlichen'' Messdaten soll gezeigt werden, dass das Modell tatsächlich das Problem löst.

Projekt: Sportwissenschaft

Betreuer: Prof. Sigrid Thaller

Treffsicherheit im Sport

In vielen Sportarten muss ein Gegenstand in ein Ziel geworfen, geschossen oder getreten werden. Dabei kommt es weniger auf die Kraft oder Ausdauer des Sportlers oder der Sportlerin an, sondern auf eine möglichst exakte Bewegungsausführung.
Eine genaue Wiederholung einer Bewegung ist nie möglich, es kommt immer zu kleinen Änderungen im Bewegungsablauf. So wird zum Beispiel bei zwei Freiwürfen im Basketball der Abwurfwinkel immer etwas unterschiedlich sein, ebenso die Abwurfgeschwindigkeit. Selbst der Abstand zum Korb ist nicht immer genau gleich groß.
Wie muss eine Bewegung erfolgen, damit kleine Abweichungen trotzdem zu einem Treffer führen? Bei welcher Bewegungsausführung sind die größten Abweichungen erlaubt, um noch erfolgreich das Ziel zu treffen?
Ziel dieses Projektes ist es, mathematische Modelle für Bewegungen zu entwickeln, mit denen die oben erwähnten Fragen beantwortet werden können, und die Ergebnisse mit realen sportlichen Bewegungen zu vergleichen.

Projekt: Geometrische Optik

Betreuer: Prof. Peter Schöpf

Verfolgung des Strahlenganges (ray tracing) in der geometrischen Optik

Die Kenntnis des Strahlenganges ist entscheidend für den Bau von optischen Systemen wie Spiegeln, Spegelteleskopen, Glasfaserkabeln, Mikroskopen, Fernrohren, Kameras, Brillen und Kontaktlinsen.
Beim Entwurf von Autokarosserien, bei Computerspielen und computererzeugten Filmen(3D-Computergraphik) müssen Sichtbarkeit, Schatten, Helligkeiten und Reflexe (bei bewegten Objekten in Echtzeit) berechnet werden. Auch dabei ist die Verfolgung von Strahlenwegen eine zentrale Aufgabe.
Mathematisch gesehen müssen Schnittpunktformeln von Strahlen mit Flächen und Strahlenknickformeln für Reflexion und Brechung an Grenzflächen von Medien mit verschiedenen Brechzahlen erarbeitet werden. Dies erfordert nur das Reflexionsgesetz, das Brechungsgesetz von Snellius, elementarste Geometrie und die Verwendung des Skalarproduktes von Vektoren.
Hat man ein System von Linsen, die von sphärischen Flächen begrenzt werden, deren Mittelpunkte alle auf einer Geraden - der optischen Achse - liegen und betrachtet man nur meridionale achsennahe Strahlen, so kann man deren Verlauf näherungsweise mit mit 2x2-Matrizen berechnen. Diese Methode wird von /Nussbaum/ in einem Vorschlag zu einer modernen didaktischen Behandlung der Gaußschen Optik (lineare Näherung) besonders empfohlen. Ein schönes Beispiel für die Zweckmäßigkeit der Matrizenrechnung in einem angewandten Problem, das ohne viel Physik und Mathematik verstanden werden kann.
Die Aufstellung eines einfachen Computerprogramms (mit Mathlab oder Mathematica) zur raschen Ausführung der vielen Rechenoperationen wäre zum Beispiel ein Ziel in dieser Modellwoche.

Projekt: Spielstrategien

Betreuer: Prof. Wolfgang Ring

Modellierung taktisch günstiger Laufwege beim Fußball

Manche Spielsituationen treten im Laufe eines Fußballspiels immer wieder auf. Ein Stürmer steht einem Verteidiger gegenüber, zwei Stürmer versuchen an drei Verteidigern vorbeizukommen etc. Der Verteidiger nimmt die Position und momentane Laufrichtung des Stürmers wahr, er weiß natürlich, wo er selbst steht und muss nun entscheiden, welchen Schritt (in welche Richung, mit welcher Geschwindigkeit) er als nächstes macht, um den Stürmer von einer günstigen Schussposition fernzuhalten bzw. um ihm auf die Pelle zu rücken und den Ball abzunehmen. Dem Stürmer geht es nicht anders. Auch er muss entscheiden, wie sein nächster Schritt ausfällt, nur dass sein Ziel natürlich dem des Verteidigers entgegen gesetzt ist. Er möchte nahe zum Tor mit einer freien Schussmöglichkeit auf das Tor. Antworten auf diese Fragen nach dem richtigen taktischen Verhalten findet man einerseits in den Lehrbüchern über Fußball, andererseits könnten mathematische Überlegungen herangezogen werden, um solche Spielabläufe zu simulieren oder - im besten Fall - um optimale Strategien zu finden. Man kann mit einer einfachen Eins-zu-Eins Situation ohne Ball beginnen und das Modell schrittweise erweitern: Mehrere Verteidiger bzw. Angreifer, miteinbeziehen des Balles, Beschränkungen an die Beweglichkeit der Spieler etc. Das eigentliche Ziel der Modellierung ist es jedoch, ein vollig neues FIFA 09 Computerspiel zu schreiben um damit jede Menge Kohle zu verdienen.

Projekt: Forensische Wissenschaft

Betreuer: Prof. Stephen Keeling

Simulation des Einsturzes eines WTC-Turms

Der Einsturz der World Trade Center Türme ist von der amerikanischen Regierung durch Feuer und einen pfannkuchenartigen Kollaps der Stockwerke offiziell erklärt worden. Jedoch gibt es gemesse Daten über den Einsturz, die der offiziellen Erklärung angeblich widersprechen. Das Ziel des Projekts ist, erstens den Einsturz eines WTC-Turms möglichst einfach zu simulieren. Dann soll mit einem Simulationscode entschieden werden, ob die offizielle Erklärung plausibel ist, und wenn nicht soll eine Hypothese formuliert werden die besser mit den Daten übereinstimmt.


footer bild
  AKTUELL    SITEMAP   SUCHE   ENGLISCH   UNI GRAZ         BETREUER