INSTITUT FÜR MATHEMATIK UND
WISSENSCHAFTLICHES RECHNEN
Text Karl-Franzens-Universitaet logo uni graz
     Präsentation     Mitarbeiterinnen    Forschung    Lehre    Allgemeines    Bibliothek    Fakultät    Uni Graz    Home
 

Humor in der Mathematik - Löwenjagd

<Prev | Index | Next>


Wie fängt man einen Löwen in der Sahara?

Physikalische Methoden

A. Theoretische Physik:

Die Newton Methode

Käfig und Löwe verfügen über eine gewisse Masse und ziehen sich daher durch die Gravitationskraft an. Wir vernachlässigen die Reibung. Auf diese Weise muß der Löwe früher oder später am Käfig landen.

Die Methode der Mechanik

Man ergreife den Löwen in einem Trägheitsmoment. In einem solchen Moment ist der Löwe zu faul, um zu beißen.

Die Diracsche Methode

Wir stellen fest, daß wilde Löwen, ipso facto, in der Wüste Sahara nicht beobachtet werden können. Wenn es überhaupt Löwen in der Sahara gibt, sind sie daher zahm. Das Einfangen eines zahmen Löwen bleibt dem Leser als Übungsbeispiel überlassen.

Die Heisenberg - Methode

Ort und Geschwindigkeit eines bewegten Löwen lassen sich nicht gleichzeitig bestimmen. Da bewegte Löwen also keinen physikalisch sinnvollen Ort in der Wüste einnehmen, kommen sie für die Jagd nicht in Frage. Die Löwenjagd kann sich daher nur auf ruhende Löwen beschränken. Das Einfangen eines ruhenden, bewegungslosen Löwen wird dem Leser als Übungsaufgabe überlassen.

(Achtung: Wegen der Impulsunschärfe können auch ruhende Löwen nicht wirklich als ruhend angesehen werden. Ihre Aufenthaltswahrscheinlichkeit verteilt sich daher bald über die ganze Sahara. Rasches Handeln is nötig, um den Löwen noch im gut lokalisierten Anfangszustand zu fangen).

Die Schrödinger - Methode:

Die Wahrscheinlichkeit dafür, daß sich ein Löwe zu einem beliebigen Zeitpunkt im Käfig befindet, ist größer als Null. Man setze sich vor den Käfig und warte.

Die Methode der Kernphysik

Setze einen zahmen Löwen in den Käfig und wende einen Majorana-Austauschoperator zwischen ihm und einem wilden Löwen an. Als eine Variante lassen Sie uns annehmen, daß wir z.B. einen männlichen Löwen fangen wollen. Wir setzen eine zahme Löwin in den Käfig und wenden daraufhin einen Heisenberg-Austauschoperator an, der die Spins austauscht.

Literaturhinweis: H.A.Bethe und R.F.Bacher, Rev.Mod.Phys 8, 82-229 (1936)

Die Einsteinsche Methode

Man überfliege die Wüste mit Lichtgeschwindigkeit. Durch die relativistische Längenkontraktion wird der Löwe flach wie ein Blatt Papier. Man greife ihn, rolle ihn auf und mache ein Gummiband herum.

Eine relativistische Methode

Wir verteilen über die Wüste Löwenköder, der große Mengen des Begleitsterns des Sirius beinhaltet. Wenn genügend von dem Köder gefressen wurde, senden wir einen Lichtstrahl über die Wüste. Dieser wird sich rund um den Löwen wickeln, so daß er ganz verwirrt wird und man sich ihm ungestraft nähern kann.

 

B. Experimentalphysik:

Die thermodynamische Methode

Wir konstruieren eine halbdurchlässige Membran, die alles außer Löwen durchläßt, und ziehen sie über die Wüste.

Die Methode der Atomspaltung

Wir bestrahlen die Wüste mit langsamen Neutronen. Der Löwe wird radioaktiv, und ein Zerfallsprozeß setzt ein. Wenn der Zerfall hinreichend weit fortgeschritte ist, wird der Löwe nicht mehr imstande sein, Widerstand zu leisten.

Die magneto-optische Methode

Wir pflanzen ein großes linsenförmiges Beet von Katzenminze (Nepeta cataria), dessen Achse parallel zur Richtung der Horizontalkomponente des Erdmagnetfeldes verläuft und setzen einen Käfig in einen ihrer Brennpunkte. Wir verteilen über die Wüste große Mengen von magnetisiertem Spinat, der, wie allgemein bekannt ist, einen hohen Eisengehalt hat. Der Spinat wird von den pflanzenfressenden Bewohnern der Wüste verzehrt, die wiederum von den Löwen aufgefressen werden. Die Löwen sind daraufhin parallel zum Erdmagnetfeld orientiert, und der resultierende Strahl von Löwen wird durch die Linse aus Katzenminze in den Käfig fokussiert.

Die optische Methode

Man schaue durch ein umgedrehtes Fernglas auf den Löwen. Der ist dann ganz klein. Man nehme ihn mit einer Pinzette und lege ihn in eine Streichholzschachtel.

Die Entropie-Methode

Man stelle den Käfig hin und nach hinreichend langer Zeit ist der Löwe aus Entropie-Gründen so verteilt, daß sich Löwenteile im Käfig befinden. Wenn es gelingt, die Anreicherung der Löwenteile anzuregen, wird nach hinreichend langer Zeit wieder ein ganzer Löwe draus. (Auf diese Weise kriegt man übrigens auch einen Käfig in einen Löwen).


<Prev | Index | Next>

footer bild
  AKTUELL    SITEMAP   SUCHE   ENGLISCH   UNI GRAZ         Betreuer: Bernd Thaller / 13.11.04